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Leben im Satoyama — Bambussprossen

Mitte April begannen im Bambushain am Hang hinter dem Haus die ersten Bambussprossen aus der Erde zu kommen. Ein echter Geschmack der Saison! Damit ist auch in diesem Jahr wieder die Zeit für Bambussprossen und die Pflege des Bambushains gekommen.

Aber nur genießen können wir diese Zeit nicht. Wenn ich jetzt beim Ausgraben der Sprossen nicht zugleich den Bambushain pflege, breitet sich der Bambus wieder aus, und der mühsam hergerichtete Hain verwildert erneut.

Auch die japanische Forstbehörde weist in „Zur Förderung der Nutzung von Bambus“ darauf hin, dass sich Bambus aus unzureichend gepflegten Hainen in die umliegenden Wälder ausbreiten kann.

▼ Diesen aufgegebenen Bambushain pflegen wir seit dem vergangenen Jahr nach und nach. In den einst dicht überwucherten Bestand fällt nun wieder Sonnenlicht.

Gepflegter Bambushain, in den wieder Sonnenlicht fällt

▼ Die erste Bambussprosse, die ich dieses Jahr entdeckt habe. Als Stadtkind bin ich allerdings noch ziemlich schlecht darin, sie zu finden.

Erste Bambussprosse des Jahres, die aus dem Bambushain hervorkommt

▼ Die geerntete Bambussprosse. Wie erwartet, war sie schon ein wenig zu groß geworden.

Im Bambushain geerntete Bambussprosse

■ Bambussprossen und Bambushainpflege — Die Ernte genießen

Die ausgegrabenen Bambussprossen kommen in einen Topf auf meinen selbst gebauten Kamado – eigentlich einen Verbrennungsofen, den ich ursprünglich für trockenes Bambusmaterial gebaut hatte – und werden gekocht, um ihre Bitterstoffe zu entfernen.

Und natürlich stammt der Brennstoff aus der Bambushainpflege: trockenes Bambusmaterial!

Bambussprossen und Bambushainpflege gehören zu den typischen Frühlingsarbeiten im Satoyama, bei denen Essen und die Pflege der Landschaft unmittelbar miteinander verbunden sind.

Kamado zum Vorbereiten von Bambussprossen, befeuert mit trockenem Bambus

Die Idee, trockenes Bambusmaterial als Brennstoff zu verwenden, führte später auch zu weiteren Ansätzen bei Hitotsuya. Unsere heutige Arbeit stellen wir unter „Bambus aus aufgegebenen Bambushainen als Brennstoff nutzen“ vor.

■ Bambussprossen und Bambushainpflege — Den Frühling im Satoyama schmecken

Wieder ein ganzer Tag Arbeit draußen im Satoyama—.

Zum Abendessen gab es dann sofort „takenoko no taitan“ – in würziger Brühe geschmorte Bambussprossen. Nach einem anstrengenden Tag schmeckt eine etwas kräftigere Würzung einfach großartig!

Geschmorte Bambussprossen zum Abendessen

Den Bambushain pflegen, Bambussprossen ausgraben, trockenes Bambusmaterial als Brennstoff nutzen und am Ende die Sprossen selbst essen.

Das ist wirklich ein besonders reiches Leben im Satoyama.