Ein klarer und erfrischender Herbsttag.
In der reinen Luft und im sanften Sonnenlicht gehen bei Hitotsuya(ひとつ屋) die Herbstarbeiten voran.
Wir trocknen Samen des Japanischen Indigos und Flachs, sortieren grüne Baumwolle und die leeren Kapselhüllen brauner Baumwolle und lassen Sedimentindigo langsam zu festen Indigostücken trocknen. Jede dieser Arbeiten gehört zur Vorbereitung auf den Winter und führt die Ernte dieses Jahres in den nächsten Arbeitsschritt.
Auf unserer japanischsprachigen Seite Hitotsuya-Färberpflanzenhof und Satoyama stellen wir die Pflanzen vor, die wir zum Naturfärben, Spinnen und Weben anbauen.
Diese ruhigen Stunden, in denen wir mit den Jahreszeiten arbeiten, gehören zu einem Leben mit Landwirtschaft. Hier zeigen wir einen kleinen Ausschnitt aus einem gewöhnlichen Herbsttag.
Ein idealer Herbsttag zum Trocknen der Ernte
Wie ein altes japanisches Sprichwort sagt: Im Herbst ist der Himmel hoch und die Pferde werden kräftig.
Heute ist der Himmel klar, die Luft trocken und das Sonnenlicht weich. Es ist ein idealer Tag zum Trocknen der Ernte, und unter dem leuchtend blauen Himmel geht die Arbeit im Garten wie von selbst voran.
▼ Klarer Herbsthimmel über Bäumen, die sich langsam verfärben

Im Herbst pflegen wir weiterhin die Materialien, die im Frühjahr und Sommer für Färben, Spinnen und Weben gewachsen sind.
Indigosamen für das nächste Jahr trocknen
▼ Indigosamen trocknen in der Sonne für den Anbau im nächsten Jahr

Die in diesem Jahr geernteten Samen des Japanischen Indigos liegen zum Trocknen in der Sonne.
Jeder kleine Samen trägt das Leben der Pflanzen in die nächste Jahreszeit.
Den Jahresablauf von Aussaat und Anzucht über Pflanzung und Ernte bis zur Samengewinnung beschreiben wir in unserem japanischsprachigen Beitrag Japanischen Indigo anbauen: Aussaat, Anzucht, Pflanzung und Ernte.
Auch die Präfektur Tokushima informiert auf ihrer offiziellen japanischsprachigen Seite Über Indigo über Anbau, Ernte und Trocknung der Blätter.
Flachsstängel für die Faser trocknen
▼ Flachsstängel trocknen vor der Gewinnung der Faser für Garn

Dies ist der in diesem Jahr geerntete Flachs.
Nach dem Trocknen der Stängel wird die Faser gewonnen, zu Garn verarbeitet und als Leinen verwebt.
Der Flachs, der zuvor im Wind auf dem Feld stand, geht durch viele Hände und kehrt schließlich als leichter Stoff in den Alltag zurück.
Grüne Baumwolle und Kapselhüllen brauner Baumwolle sortieren
▼ Grüne Baumwolle links und Kapselhüllen brauner Baumwolle rechts

In der linken Schale liegt grüne Baumwolle, in der rechten befinden sich die leeren Kapselhüllen brauner Baumwolle.
Nach dem Entkörnen wird die grüne Baumwolle auf unserer Garabo-Spinnmaschine, die nach einem dem Handspinnen ähnlichen Prinzip arbeitet, zu Garn gesponnen und anschließend zu Stoff verwebt.
Die Kapselhüllen der braunen Baumwolle werden aufbewahrt und als natürlicher Farbstoff verwendet.
Die Baumwolle wird zu Garn, die Hüllen werden zu Farbe. Nichts von dem, was uns die Natur gibt, wird verschwendet; jedes Material geht in eine neue Form über.
Sedimentindigo zu festen Indigostücken trocknen
▼ Feste Indigostücke trocknen, nachdem dem Sedimentindigo Wasser entzogen wurde

Hier wird Sedimentindigo entwässert und zu festen Indigostücken getrocknet.
Bei Hitotsuya nennen wir das noch sehr feuchte Material Sedimentindigo, den dickeren pastenartigen Zustand Indigopaste und die weiter getrocknete feste Form ein Indigostück.
Die Pflanzen anzubauen, den blauen Farbstoff zu gewinnen und ihn langsam lagerfähig zu machen, verbindet das Feld unmittelbar mit der Färbewerkstatt.
Das Verfahren erklären wir in unserem japanischsprachigen Beitrag Sedimentindigo, Indigopaste und getrocknete Indigostücke herstellen.
Ein herbstlicher Besucher
▼ Eine Stinkwanze im herbstlichen Sonnenlicht

Zu dieser Jahreszeit sind auch die Stinkwanzen voller Energie.
Sie können durchaus lästig sein, doch auch sie leben an unserer Seite durch dieselben Herbsttage.
Alles führt in die nächste Jahreszeit
Beim Arbeiten im Herbstlicht entsteht ein stilles Gefühl, Teil der umgebenden Landschaft zu sein.
Die Indigosamen kehren im nächsten Jahr aufs Feld zurück. Flachs und grüne Baumwolle werden zu Garn und Stoff. Die Kapselhüllen werden zu Farbstoff, und der Sedimentindigo wird zu festen Indigostücken.
Wenn eine Arbeit endet, beginnt die nächste.
Alles setzt sich in der kommenden Jahreszeit fort. An diesem klaren Herbsttag war diese Verbindung besonders deutlich zu spüren.