Im Färbergarten von Hitotsuya(ひとつ屋) bauen wir verschiedene Pflanzen an und stellen daraus eigene Naturfarbstoffe her. Die Fläche ist sehr klein, doch den größten Teil nimmt Japanischer Indigo (Persicaria tinctoria) ein.
Auch in diesem Jahr säten wir die Samen um die Frühlings-Tagundnachtgleiche aus und setzten die Jungpflanzen im Mai ins Feld. Die Pflanzarbeit ist in unserem japanischsprachigen Beitrag Japanischen Indigo umpflanzen dokumentiert.
Bis zum Sommer waren die Pflanzen so groß geworden.
▼ Bis zum Sommer kräftig gewachsener Japanischer Indigo


Eine verspätete erste Ernte
Eigentlich war die Ernte für Anfang Juli geplant. Wegen einer Knieverletzung konnten wir die Arbeit jedoch nicht ausführen und erst vor Kurzem einen Teil der Pflanzen schneiden.
Normalerweise verwenden wir die erste Ernte der Saison, auf Japanisch ichiban-ai, zur Herstellung von Indigopaste oder Sedimentindigo.
Die Herstellung von Sedimentindigo ist überraschend körperlich anstrengend. Da das Knie noch nicht vollständig belastbar war, verzichteten wir diesmal darauf und trockneten die geernteten Blätter zunächst zur Aufbewahrung.
Die Herstellung von Sedimentindigo aus Japanischem Indigo erklären wir in unserem japanischsprachigen Beitrag Herstellung von Sedimentindigo, Indigopaste und getrockneten Indigostücken.
Blätter von den Stängeln lösen und in der Sonne trocknen
Nach der Ernte wurden die Blätter einzeln von den Stängeln gelöst und zum Trocknen in der Sonne ausgebreitet.
Das Trocknen selbst war nicht schwierig. Bei größeren Mengen nahm jedoch besonders das Ablösen der einzelnen Blätter viel Zeit in Anspruch.
▼ Frisch von den Stängeln gelöste Indigoblätter


Grüne Blätter werden dunkel indigofarben
Zu Beginn waren die Blätter noch grün. Nach etwa zwei Tagen hatten sie einen großen Teil ihrer Feuchtigkeit verloren und sichtbar eine tiefere indigoblaue Farbe angenommen.
▼ Getrocknete Blätter nach dem Farbwechsel


Getrocknete Indigoblätter lassen sich nicht einfach auskochen
Vollständig getrocknete Blätter können über längere Zeit gelagert werden. Anders als bei vielen Pflanzenfarbstoffen entsteht jedoch kein Indigoblau, wenn man sie lediglich auskocht.
Welche Inhaltsstoffe und Enzyme in den Blättern erhalten bleiben, hängt von der Trocknung ab. Deshalb muss auch die Färbemethode darauf abgestimmt werden. Eine japanischsprachige Studie im Journal of Home Economics of Japan, Konservierung von Indigoblättern unter Erhalt von Indican und ihre Verwendung zum Färben, untersucht diesen Zusammenhang.
Sobald sich das Knie weiter erholt hat, möchten wir die gelagerten Blätter zum Färben verwenden und die Methode in einem späteren Beitrag vorstellen.