Menü Schließen

Hitotsuya, zur nächsten Aussicht | Folge 4: Aus dem Tokonoma wird eine Färbewerkstatt!

Im vorherigen Beitrag „Hitotsuya, zur nächsten Aussicht | Folge 3: Aus einem Lager wird eine Produktionswerkstatt!“ habe ich gezeigt, wie in einem Bereich des Lagers ein neuer Arbeitsplatz entsteht. Diesmal geht es um die zweite Baustelle: nicht um das Haupthaus, sondern um das Nebengebäude der Werkstatt im alten Haus in Iga. Hier werden das Tokonoma und der angrenzende Raum zu einer Werkstatt umgebaut, die vor allem fürs Färben gedacht ist.

Beim Lager entstand auf einem leeren Betonboden ein ganz neuer Raum. Hier ist es genau umgekehrt. Wir greifen in einen vorhandenen Raum des alten Hauses ein und passen ihn an unsere heutige Arbeit an. Besonders stark verändern wird sich diesmal das „Tokonoma“.

Das Tokonoma kommt weg!

Vor dem Umbau gab es im Nebengebäude ein traditionelles Tokonoma. Normalerweise werden dort eine Hängerolle oder Blumen gezeigt. Was Hitotsuya künftig braucht, ist jedoch ein Platz für Färbearbeiten. Deshalb haben wir beschlossen, dieses Tokonoma zu entfernen. Es geht allerdings nur um das Tokonoma im Nebengebäude. Das Tokonoma im Haupthaus bleibt vollkommen unangetastet!

An die Stelle der Hängerolle sollen Spüle, Gasherd, Waschmaschine und weitere Ausstattung treten. Die Atmosphäre wird sich ziemlich verändern. 😁 Natürlich dient der Raum nicht ausschließlich dem Färben. Wir richten ihn aber so ein, dass Arbeiten mit Wasser und Wärme dort leichter möglich sind.

▼ Das Nebengebäude des alten Hauses vor dem Umbau. Das Tokonoma an der Stirnseite wird sich nun grundlegend verändern.

Ein neuer Arbeitsplatz im alten Haus

Mit Beginn der Arbeiten wurde rund um das Tokonoma eine neue Holzkonstruktion eingebaut. Langsam wird sichtbar, was erhalten bleibt und was verändert wird. Anders als beim Lager entsteht der neue Arbeitsplatz hier im Umgang mit den vorhandenen Pfosten und Wänden des alten Hauses.

▼ Die Zimmerarbeiten rund um das Tokonoma haben begonnen. In den alten Raum wird das Gerüst der neuen Werkstatt eingebaut.

Ein altes Gebäude muss nicht nur unverändert erhalten und betrachtet werden. Wir können es an die heutige Arbeit anpassen und wieder richtig nutzen. Auch das ist für mich eine Möglichkeit, ein altes Haus zu bewahren. Zur Orientierung stellt auch Japans Ministerium für Land, Infrastruktur, Verkehr und Tourismus Informationen zur Nutzung bestehender Gebäude bereit.

Eine Färbewerkstatt braucht Wasser

Wenn hier gefärbt werden soll, reicht es nicht, den Raum nur wie eine Werkstatt aussehen zu lassen. Wir brauchen Wasser, müssen waschen und Werkzeuge aufräumen und je nach Arbeit auch Wärme nutzen. Dafür sind passende Anschlüsse nötig. Auch ein Teil des Bodens wurde geöffnet, während die Vorbereitungen für die Leitungen und Geräte vorankamen.

▼ Auch ein Teil des Bodens wurde geöffnet. Später ist diese Stelle unsichtbar, doch die Arbeiten sind wichtig für den täglichen Färbebetrieb.

Am Nachmittag desselben Tages hatte sich auch das frühere Tokonoma weiter verändert. Regale und Wandflächen wurden neu geordnet, und langsam lässt sich vorstellen, wo Spüle und andere Ausstattung eingebaut werden.

▼ Das frühere Tokonoma hat sich bereits so stark verändert. Aus dem alten Zimmer wird Schritt für Schritt ein Arbeitsraum.

【Foto einfügen | 20260908_152949.JPG】

In den Wänden entsteht die Technik für die Werkstatt

Mit den weiteren Arbeiten wurden Leitungen in die Wände gelegt. Nach der Fertigstellung verschwinden sie hinter Spüle und Wandflächen. Im täglichen Betrieb sind es aber gerade diese unsichtbaren Einrichtungen, die die Arbeit zuverlässig tragen.

▼ In den Wänden werden Leitungen verlegt. Nach der Fertigstellung sind sie verborgen – ein Blick ins Innere der Werkstatt, den es nur jetzt gibt.

Am nächsten Tag waren auch die Anschlüsse weiter vorbereitet. Das Tokonoma zu entfernen, ist nicht das Ende der Arbeit. Erst wenn Wasser, Wärme, Waschen und Aufräumen mitgedacht sind, wird der Raum wirklich zu einem Ort für Färbearbeiten.

▼ Auch die Anschlüsse sind vorbereitet. Sobald Spüle und weitere Ausstattung eingebaut sind, wird von diesem Zustand kaum noch etwas zu sehen sein.

Gefärbt wird nicht nur im Innenraum

Hier entsteht eine Innenwerkstatt, die vor allem fürs Färben genutzt wird. Doch Hitotsuyas Färbearbeit findet nicht vollständig in diesem einen Raum statt. An anderer Stelle in Iga steht ein großer Herd, und auch den bereits vorhandenen alten Herd wollen wir weiter nutzen.

Drinnen arbeiten wir mit Spüle und Gasherd. Draußen kommen große Töpfe und Feuer zum Einsatz. Für andere Arbeiten nutzen wir die Waschmaschine. Statt alles in einen Raum zu zwängen, wählen wir für jede Aufgabe den passenden Ort. Das passt besser zu unserer Art zu färben.

Vom Tokonoma zur Färbewerkstatt

Im Vergleich zu den Fotos vor dem Umbau hat sich der Raum so stark verändert, dass er kaum noch wie derselbe Ort wirkt. Hätten wir das Tokonoma erhalten, wäre mehr von der typischen Atmosphäre des alten Hauses geblieben. Doch wir nutzen dieses Gebäude nicht, um seinen früheren Zustand unverändert auszustellen.

Wir nutzen ein altes Gebäude für die Arbeit von heute. Dafür verändern wir, was verändert werden muss, und bewahren, was bleiben kann. Wenn das Gebäude dadurch wieder zu einem aktiven Arbeitsplatz wird, ist auch das für mich eine sehr Hitotsuya-typische Art, ein altes Haus zu nutzen.

Bald stehen dort, wo im Tokonoma Hängerollen und Blumen zu sehen waren, eine Spüle und Werkzeuge. Man wird Wasser hören, Töpfe abstellen und gefärbte Stoffe waschen. Der Tag, an dem dieser Raum zu einer solchen Arbeitslandschaft wird, rückt näher. 😁


Serie | Hitotsuya, zur nächsten Aussicht

※ Ab Folge 5 werden weitere Beiträge nach ihrer Veröffentlichung hier ergänzt.