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Natürliche Farbstoffe und Pigmente aus Indigo und Erde selbst herstellen

Bei Hitotsuya verwenden wir nicht nur fertig erhältliche Farbstoffe. Wir erproben auch, wie sich aus Pflanzen vom eigenen Feld und aus der Erde in unserer Umgebung eigene Farbstoffe und Pigmente herstellen lassen.

In diesem Arbeitsbericht geht es um Japanischen Indigo (Persicaria tinctoria, in Japan tade-ai genannt) und um Erde, die wir auf unserem Feld gesammelt haben.

Farbstoff aus selbst angebautem Japanischem Indigo

Zunächst stellten wir aus Japanischem Indigo, den wir auf dem eigenen Feld angebaut und geerntet hatten, einen blauen Farbstoff her.

Die Blätter werden in Wasser eingeweicht und fermentiert. Danach entfernt man sie, gibt gelöschten Kalk hinzu und rührt die Flüssigkeit kräftig, damit viel Luft eingetragen wird. Das blaue Pigment bildet sich nach und nach, setzt sich am Boden des Gefäßes ab und trennt sich vom Wasser.

Den ausführlichen Ablauf zeigen wir in unserem japanischsprachigen Beitrag Herstellung von Sedimentindigo, Indigopaste und getrockneten Indigostücken.

Die Methode wurde auch wissenschaftlich untersucht. Der Tagungsbeitrag der Japan Society of Home Economics Herstellung von Sedimentindigo und Untersuchung der Färbebedingungen mit Japanischem Indigo vergleicht Einweichzeiten, Rührbedingungen und Färbeergebnisse bei verschiedenen Fasern.

Nachdem das obere Wasser abgegossen und der Wassergehalt weiter reduziert wurde, entsteht eine dicke Paste. Bei Hitotsuya nennen wir diesen Zustand doro-ai, wörtlich „Schlammindigo“.

Wird die Paste weiter getrocknet und verfestigt, entsteht aijō, ein getrockneter Indigokuchen beziehungsweise ein festes Indigostück.

▼ Indigopaste nach dem Reduzieren des Wassergehalts

Dicke Indigopaste aus selbst angebautem Japanischem Indigo

Pigment aus der Erde des Feldes

Ein weiterer Versuch bestand darin, aus Erde vom Feld ein Pigment für das Färben mit Erde herzustellen.

Wir wollten herausfinden, welche Farben eine vertraute, örtliche Erde auf Stoff zeigen kann. Anders als aus Färbepflanzen gewonnene Farben besitzt Erde einen eigenen mineralischen Charakter. Deshalb erprobten wir, wie sich diese natürliche Farbe als Pigment nutzen lässt.

▼ Herstellung eines natürlichen Pigments aus Ackererde

Herstellung eines natürlichen Pigments zum Färben mit Ackererde

Auf dem Weg zur gewünschten Farbe

Sowohl die Indigopaste als auch das Erdpigment hatten wir bereits auf Stoff getestet. In diesem Stadium erzielten wir jedoch noch nicht die Farben, die wir uns vorgestellt hatten.

Bei selbst hergestellten Farbstoffen und Pigmenten hängt das Ergebnis vom Zustand des Materials, von der Aufbereitung, vom Stoff und von den Färbebedingungen ab. Statt einen unfertigen Versuch als abgeschlossene Methode darzustellen, beobachten wir die Farbwirkung und passen den Prozess weiter an.

Einen späteren Färbeversuch mit der Indigopaste dokumentieren wir in unserem japanischsprachigen Beitrag Färben mit Sedimentindigo in einer Hydrosulfitküpe.

Pflanzen anzubauen, Erde zu sammeln und Farbe mit den eigenen Händen herzustellen, gehört für uns zu einem zusammenhängenden Prozess. Bis zur gewünschten Farbe braucht es noch Zeit, doch wir werden weiter erproben und unsere Erkenntnisse festhalten.