Dies ist der zweite Teil nach „Karamushi-Weberei ① | Von Karamushi (Ramie) zu einem kleinen Gewebe“. Hier zeige ich, wie die zuvor vorgestellte kleine Vasenunterlage von etwa 20 × 40 cm entstand: vom Anbau des Karamushi über die Fasergewinnung bis zum Weben.
▼ Zunächst noch einmal: Das hier ist Karamushi, also Ramie.


▼ Tatsächlich hatte ich die Pflanzen schon seit dem Vorjahr angebaut. Das Foto unten zeigt Karamushi etwa zur Zeit des Auspflanzens.

■ Karamushi-Weberei | Fasern aus Karamushi gewinnen
▼ Im Sommer schnitt ich den ausgewachsenen Karamushi. Damals legte ich die Stängel über Nacht in Wasser und zog danach die Rinde ab. Anschließend entfernte ich die äußere Schicht, um die Fasern freizulegen.


▼ Das Foto unten zeigt die gewonnenen Fasern nach dem Trocknen.

■ Karamushi-Weberei | Leinwandbindung auf einem Tischwebstuhl
▼ Diese Fasern werden auf einem Tischwebstuhl in Leinwandbindung verwebt.

※ Bei der traditionellen Herstellung von Jōfu, einem besonders feinen Ramiegewebe, wird Aoso (青苧), die aus Karamushi aufbereitete Bastfaser, von Hand zu Ramiegarn verbunden und als Grundmaterial verwendet. Diese traditionelle Technik ist auch bei der japanischen Kulturbehörde unter „Karamushi-(Ramie-)Produktion und Faserabschaben“ dokumentiert. Das zeigt, welch außergewöhnlicher Aufwand hinter Jōfu steckt. Da dieses Stück ein Versuch war, verwendete ich für die Kette Baumwollgarn.
▼ Fertig! Das ist die Vasenunterlage aus Karamushi-Gewebe.


Da dies eine Versucharbeit war, habe ich nur eine kleine Vasenunterlage gefertigt. Als Nächstes möchte ich vielleicht eine etwas schicke Tasche ausprobieren.
Allerdings hatte ich in diesem Jahr noch nicht sehr viel Karamushi angebaut, daher musste die Fortsetzung bis zum nächsten Jahr warten. Also habe ich kurzerhand die Anbaufläche für Karamushi vergrößert!
