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Mühe mit der Wachsreservetechnik | Hōsōge als Motiv

Seit Juli widme ich mich wieder ernsthaft dem Färben. In den kommenden sechs Monaten lerne ich die grundlegenden Techniken: In den ersten drei Monaten steht die Wachsreservetechnik auf dem Programm, in den folgenden drei Monaten der Schablonendruck mit Färbung (japanische Seite).

Der praktische Unterricht in der Wachsreservetechnik hat bereits begonnen. Ehrlich gesagt kämpfe ich jedoch ziemlich damit.

Schwierigkeiten mit dem freien Zeichnen

Bei der Wachsreservetechnik wird geschmolzenes Wachs mit einem Pinsel oder einem besonderen Werkzeug auf den Stoff aufgetragen. Die gewachsten Stellen nehmen keine Farbe an, sodass ein Muster entsteht. Ein besonderer Reiz dieser Technik liegt in ihrer großzügigen, freien Linienführung.

Das Problem ist nur: Ich bin im freien Zeichnen sehr!! wirklich sehr!! schlecht!!!!!

Deshalb habe ich bisher vor allem mit Techniken gearbeitet, die kein freies Zeichnen erfordern, etwa mit Shibori-Reservetechniken (japanische Seite) oder Schablonenfärbung. Die Wachsreservetechnik habe ich bewusst vermieden.

Und nun bestand ausgerechnet die erste Aufgabe aus Wachsreservetechnik…. Welches Motiv sollte ich wählen!? Weil mir das Zeichnen so schwerfällt, fiel mir nicht einmal eine Gestaltungsidee ein.

Auf der Suche nach einem freien Motiv im Nationalmuseum für Ethnologie

Mit diesen Gedanken besuchte ich vor Kurzem das Nationalmuseum für Ethnologie. Dort wollte ich mich von der großzügigen und freien Wirkung afrikanischer und südamerikanischer Textilien anregen lassen.

▼ Diese großzügige und freie Wirkung möchte ich mit Wachsreservetechnik ausdrücken

Großzügige und freie textile Gestaltung als Anregung für die Wachsreservetechnik

Auf den ersten Blick scheint diese Wirkung vielleicht leicht nachzuahmen. Doch genau sie gelingt mir nicht: großzügig, kühn und frei. Kopieren könnte ich sie vielleicht, aber sobald ich ein eigenes Motiv zeichnen möchte, nimmt es keine Form an.

Natürlich habe ich es viele Male versucht, doch mit keinem Ergebnis war ich zufrieden. Schließlich redete ich mir halb scherzhaft ein: „Ich bin eben kein Afrikaner….“

Da ich das Färben wieder aufgenommen habe, möchte ich mich bald auch an ein großzügiges und kühnes Werk wagen. Für diese erste Aufgabe entschied ich mich jedoch gegen ein „afrikanisch wirkendes Motiv“ und für eine ostasiatische Gestaltung.

Hōsōge als Motiv

▼ Das Hōsōge-Motiv, das ich nach langem Überlegen wählte

Hōsōge-Motiv für die erste Aufgabe mit Wachsreservetechnik

Hōsōge bezeichnet ein imaginäres, aus mehreren Blüten zusammengesetztes Pflanzenmotiv. Es verbindet unter anderem Pfingstrose, Lotus und Granatapfel.

In Japan findet man dieses Ornament etwa auf den Schätzen des Shōsōin und am Byōdō-in, den ich auch in diesem Blog vorgestellt habe. Häufig wird es wie ein Rankenornament als fortlaufendes Muster verwendet; meine Zeichnung habe ich jedoch leicht abgewandelt.

Ein 40 × 100 cm großes Tuch färben

Für die Aufgabe entsteht ein 40 × 100 cm großes Tuch. Es kann später als Tischläufer oder als Wandbehang verwendet werden.

Als Nächstes übertrage ich das Motiv auf den Stoff, trage das Wachs auf und beginne mit dem Färben.

Freies Zeichnen liegt mir nicht—wie das wohl ausgehen wird!? Ich hoffe, Sie verfolgen den weiteren Verlauf.