Gestern habe ich über Seidenzucht und Seidenraupen geschrieben. Heute schreibe ich über eines ihrer Nebenprodukte. Und hier ist es! Seidenraupenkot—also ganz einfach: Kacke 💩‼

Da denkt man zunächst vielleicht „Iiiiih‼“, aber tatsächlich riecht er überhaupt nicht unangenehm. Vielmehr besitzt er einen angenehmen Duft, der an konzentrierte Maulbeerblätter erinnert. Der nährstoffreiche Seidenraupenkot wird „Sansha“ genannt und wurde seit langer Zeit in der traditionellen chinesischen Medizin bei Gelenkschmerzen, Neuralgien und Bindehautentzündungen verwendet.
▼ Bei Hitotsuya beschäftigen wir uns auch mit Seidenzucht.

Seidenraupenkot soll außerdem in Geruchsbeseitigern, Haarpflegeprodukten, Zahnpasta und Bleistiftminen verwendet worden sein. Selbst heute findet man bei einer Internetsuche nach „Seidenraupenkot“ Ergebnisse zu Lebensmitteln wie Eiscreme, Keksen und Tee.
Außerdem hatte ich gehört, dass Seidenraupenkot auch als Farbstoff verwendet wurde. Also habe ich sofort versucht, damit Wolle zu färben.
Wolle mit Sansha (Seidenraupenkot) färben
① Die Methode entspricht einem grundlegenden Verfahren der Pflanzenfärbung. Zuerst habe ich Sansha ausgekocht, um den Farbsud herzustellen. Da sich der Seidenraupenkot beim Kochen auflösen und das Abseihen mühsam werden könnte, gab ich ihn vor dem Auskochen in einen Abflussbeutel aus Vliesstoff.

② Anschließend gab ich die zuvor mit Eisen vorgebeizte Wolle in den Farbsud, erhitzte sie langsam und ließ sie sich nach und nach färben.

③ Danach ließ ich die Wolle langsam abkühlen, spülte sie gründlich aus und ließ sie trocknen.

④ Anschließend kardierte ich die Wolle und verspann sie mit einer Wollspinnmaschine zu Garn.

Die Wolle nahm eine so schöne und tiefe Farbe an, dass man kaum glauben konnte, dass sie mit Seidenraupenkot gefärbt worden war. Natürlich gab es weder einen unangenehmen Geruch noch ein anderes Unbehagen, das darauf zurückzuführen wäre, dass sie „mit Kot gefärbt“ wurde. Was werde ich nun daraus weben⋯Ich freue mich jetzt schon darauf.