Seit meinem Umzug nach Iga in der Präfektur Mie, Japan, sind genau acht Jahre vergangen. Seit ich hier lebe, achte ich jeden Tag viel bewusster auf Himmel und Wetter.
Als ich noch in Osaka lebte, blickte ich kaum zum Himmel hinauf. Eigentlich interessierte mich nur, ob es an diesem Tag regnen würde oder nicht. Ich sah mir die Wettervorhersage der japanischen Wetterbehörde an, und damit war die Sache erledigt.
Seit ich jedoch in Iga lebe, schaue ich jeden Morgen als Erstes zum Himmel.
Ein Tag in Iga richtet sich nach dem Himmel
Soll ich auf den Acker gehen? Soll ich in der Werkstatt weben? Oder Stoff färben? Was ich in Iga an einem Tag mache, hängt stark vom Himmel ab.
Auch neulich am frühen Abend schaute ich zufällig nach draußen und sah einen Himmel in einer erstaunlichen Farbe. Die Ziegeldächer und die Bäume im Garten wirkten, als lägen sie ganz in blassem rötlich-violettem Licht.
▼ Ein blass rötlich-violetter Abendhimmel, den ich neulich in Iga sah.

In einem Gebäude mitten in der Stadt wäre mir das vermutlich gar nicht aufgefallen.
Nicht nur zum Himmel schauen, um das Wetter zu prüfen, sondern einfach nur den Himmel betrachten.
Irgendwann in den acht Jahren meines Lebens in Iga ist diese Zeit ganz selbstverständlich Teil meines Alltags geworden.